Sühnekirche

Die dem Heiligsten Herzen Jesu und dem Unbefleckt empfangenen Herzen Mariens geweihte Sühnekirche wurde in den Jahren 1973/74 nach Plänen des Kölner Architekten Prof. Gottfried Böhm erbaut. Über dem Altar mit dem vom Freialtar auf dem Kreuzhügel übernommenen Kreuz erhebt sich ein großes, von einem Turmkreuz und von einer roten Spitze bekröntes Zelt. Es symbolisiert Christus, um den sich dargestellt in zwölf niedrigeren Zelten das Volk Gottes versammelt. Jedes dieser niedrigeren Zelte endet in einer Lichtkuppel und ist bekrönt von einer roten, als Lüftungsmöglichkeit genutzten roten Haube. Rot und Grün sind die beherrschenden Farben. Sie symbolisieren die Schöpfung, in die Gottes Gnadenwirken einströmt. In den beiden Apsiden seitlich der Altarinsel finden sich auf den Seitenaltären stehend die Figuren des Heiligsten Herzens Jesu und der Gottesmutter von Fatima.

Fünf vorgelagerte Kuppeln überdachen den Eingangsbereich. Unter der mittleren ist eine Kapelle für eine Kreuzigungsgruppe eingefügt. Im Südosten befindet sich der Dachreiter mit den zwei Glocken. Die Treppenanlage ist so gestaltet, daß sie seitlich zur Eingangshalle führt. Die Lage auf der Seite steht für die geöffnete Seitenwunde des gekreuzigten Herrn. Von oben betrachtet ergibt die Anordnung der Waben die Form eines Herzens. Diese Anordnung ist ein Hinweis auf die an der Gebetsstätte gepflegte Verehrung des Herzens Jesu und der Unbefleckten Empfängnis.


Der ganze Kirchenbau ist Wiedergabe der geistlichen Inhalte des Pilgerortes. Die sich zur Orgel- und Chorempore erweiternde Galerie im Kirchenraum erinnert an die Dornenkrone um das Herz des Erlösers. Die bei der Renovierung in den Jahren 2013/14 eingefügten, den Grundriß der Kirche in Form einer Rose wiedergebenden Fenster an den Kranz Rosen um das Herz der seligen Jungfrau.
Die von der Anbetung und der Herz-Jesu- und Mariä-Verehrung vorgegebene Raumgestaltung wieder oder erstmals deutlich werden zu lassen, leitete auch bei der eben abgeschlossenen Renovierung die Verantwortlichen in ihren Überlegungen und Planungen.
In der Mitte der Eingangshalle steht der Brunnenstein, an dem an acht Stellen das geweihte Wasser entnommen werden kann; deutlich davon abgegrenzt besteht die Möglichkeit, an Wasserhähnen auf der Seite das ungeweihte Quellwasser zu entnehmen.

Am 30. Mai 1976 wurde die Kirche vom Augsburger Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle konsekriert. Er war der Überzeugung, daß Gottfried Böhm eine großartige Kirche für das Anliegen der hochzuschätzenden Übung eucharistischer Frömmigkeit in Wigratzbad geschaffen hat.
In seiner Erklärung zur Errichtung Wigratzbads als diözesane Gebetsstätte und zur Kirchweihe schreibt Bischof Dr. Josef Stimpfle: „Die Herz-Jesu- und Mariä-Sühnekirche in Wigratzbad wird für die Feier der hl. Geheimnisse zur Verherrlichung des Dreifaltigen Gottes geweiht. Die Kirchweihe möge von den Gläubigen als Zeichen verstanden werden und als Einladung „allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen (Lk 18,1) und mit Christus Sühne zu leisten für die Sünden der Welt. Die an der Gebetsstätte Wigratzbad besonders geübte Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariä soll beitragen zur Vertiefung des Lebens in Christus, zur Erneuerung der Kirche, zur Rettung und zum Frieden der Welt.“