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| Seit 30 Jahren gibt es
in Wigratzbad regelmäßige Heilungsgottesdienste. Dabei
werden - dem Auftrag Jesu Christi entsprechend - Heilungsgebete gesprochen,
um Menschen aus seelischer oder körperlicher Not zu befreien.
Mit Beginn des Gnadenjahres 2000 findet auch die Feier der Krankensalbung
bei einer wachsenden Zahl von Gläubigen große Zustimmung. |
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| Krankentage entnehmen Sie bitte dem Gottesdienstanzeiger |
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ABLAUF
DER KRANKENTAGE
10.00 Hl. Messe mit Krankensalbung
(Sühnekirche)
12.45 Rosenkranz vor ausgesetztem Allerheigsten
(Sühnekirche)
13.30 Krankenmesse und Einzelsegen mit dem Allerheilgsten (Sühnekirche)
18.30 Hl. Messe
(Gnadenkapelle) |
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HEILUNGSGOTTESDIENSTE
IN WIGRATZBAD
von Direktor Thomas Maria Rimmel |
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Erlebnis von Antonie Rädler
Die Gebetsstätte Wigratzbad im Vierländereck Deutschland,
Österreich, Schweiz und Lichtenstein ist untrennbar mit dem Namen
der Gründerin, Frl. Antonie Rädler (1899-1992), verbunden.
Ihr Lebens- und Glaubenszeugnis war gerade für den Nationalsozialismus
eine einzige Herausforderung, Mehrere Mordanschläge schlugen
fehl. Aus Dankbarkeit über ihre Errettung wurde bereits im Jahre
1936 auf dem Gelände des elterlichen Anwesens in Wigratzbad eine
Lourdesgrotte errichtet.
Ohne einem Urteil der Kirche vorgreifen zu wollen, darf doch auf ein
einschneidendes Erlebnis von Antonie in dieser Grotte hingewiesen
werden. Es war in den Tagen nach dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis
1936, als sich Antonie innerlich gedrängt fühlte, am Nachmittag
zur Grotte zu gehen, um dort den schmerzhaften Rosenkranz zu beten.
Zwei Jahre später schrieb sie nieder, dass sie während dieses
Rosenkranzgebetes plötzlich eines Rauschens gewahr wurde, das
mehr und mehr anschwoll. Es hörte sich an wie das Rauschen von
unzähligen Flügelschlägen. Antonie konnte aber nichts
sehen. Dann hob ein mächtiger Gesang an, "als würden
unzählige himmlische Heerscharen um die Grotte versammelt in
wundervollen Akkorden zusammenstimmen. Sie sangen alle: "Unbefleckt
empfangene Mutter vom Sieg, bitte für uns!‘" Dieses
Erlebnis dauerte zwei bis drei Stunden. Unschlüssig über
das Erlebte, vertraute sie sich dem damaligen Pfarrer Feiel von Eglofs
am. Dieser Priester im benachbarten Württemberg galt als Persönlichkeit.
Er war bereits 1933 von der Gestapo verhaftet und eingesperrt worden,
weil er in seinen Predigten die Gläubigen aufforderte, nicht
mit "Heil Hitler!", sondern weiterhin mit "Grüß
Gott" zu grüßen. Nur der energische Einsatz seiner
Pfarrei brachte ihm wieder die Freiheit. Pfarrer Feiel folgte aufmerksam
den Worten Antonies und schlug du vor, um sich des übernatürlichen
Charakters des Erfahrenen zu vergewissern, auf die Fürsprache
der Gottesmutter in den nächsten acht Tagen drei große
Gebetserhörungen zu erbitten. |
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Bestätigungen des Himmels?
In den kommenden Tagen wandten sich mehrere Personen mit großen
Anliegen an Frl. Antonie. Darunter war die Frau eines schwerkranken
Mannes aus Scheidegg Ihr Mann litt an Leberkrebs und lag mit großen
Schmerzen im Krankenhaus in Lindau. Die Ärzte hatten ihr zudem
bedeutet, dass ihr Mann den nächsten Tag wohl nicht überleben
werde. Antonie ermunterte die Angehörigen und lud sie ein, drei
Rosenkränze zu beten und nach jedem Gesätzchen die Worte
"Unbefleckt empfangene Mutter vom Sieg, bitte für uns"
einzufügen. Noch am‚ selben Abend erhielten sie die Nachricht,
dem Mann gehe es besser, das Fieber sei gesunken und die Schmerzen
haben nachgelassen. Pater Johannes Schmid (1897-1987), der von 1969
bis 1987 in Wigratzbad wirkte, schreibt weiter: "Der Mann wurde
am anderen Morgen entlassen. Eine Krankenschwester begleitete ihn
nach Hause zur Überwachung und, zur persönlichen Erholung.
Ärzte und Schwestern sprachen von einem Wunder."
In derselben Woche meldete sich telefonisch auch eine Frau aus dem
nahegelegenen Opfenbach, deren Mutter im Sterben lag. Sie bat Antonie
um Wasser aus der Sickerquelle bei der Lourdesgrotte. Antonie füllte
eine Flasche ab. Die sterbenskranke Frau trank die ganze Flasche leer.
Sie erholte sich zusehends und konnte am darauffolgenden Tag wieder
aufstehen.
In einem dritten Fall ging es um einen Mann aus Wigratzbad selbst.
Die Diagnose lautete Magenkrebs im letzten Stadium und die Ärzte
weigerten sich, noch eine Operation vorzunehmen. Abgemagert bis zum
Skelett wog er gerade noch 40 kg. Diesmal lud Antonie die beiden Töchter
ein, eine ganze Nacht von Samstag auf Sonntag durchzubeten und nach
jedem Gesätzchen abermals die Worte "Unbefleckt empfangene
Mutter vom Sieg, bitte für uns" einzufügen. Schon am
Mittag hatte sich die Situation maßgeblich verbessert. Die Röntgenaufnahmen
stellten später eine völlige Heilung fest. Der Mann lebte
danach noch 18 Jahre.
Von diesem Zeitpunkt an bis in unsere Tage berichten Pilger immer
wieder von Heilungen, die sie in Wigratzbad erfahren durften. |
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Vom Sanatorium zu den Krankentagen
Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in Wigratzbad von Anfang
an ein regelrechtes Krankenapostolat. 1948 begann die Familie Rädler
unter großen persönlichen Opfern neben die heutige Gnadenkapelle
ein kleines Pilgerheim zu bauen. Von 1952 an wurden dort Krebskranke
gepflegt. Daher der Name Sanatorium. Man nahm vornehmlich solche
Kranke auf, die von den Ärzten aufgegeben wurden. Etliche haben
ihre Gesundheit wiedererlangt, andere wurden auf einen guten Tod
vorbereitet. Nach dem plötzlichen Tod des leitenden Arztes
musste die Betreuung 1964 aufgegeben werden.
Mit dem Neubau der großen Sühnekirche im Jahre 1976 wurden
von Pater Johannes Schmid nach dem Vorbild von Lourdes die Krankentage
eingeführt. Diese Krankentage finden seitdem monatlich an einem
Mittwoch statt. Allerdings stellen sie keine Kopie von Lourdes dar.
Denn es sind nicht nur Schwerkranke zur Segnung eingeladen sondern
alle Gläubige, die an irgendeinem Gebrechen körperlicher
oder seelischer Natur leiden. Die Gebetsstätte zählt an
Krankentagen zwischen 1000 und 2000 Pilger. Den Höhepunkt bildet
der Krankengottesdienst am Nachmittag, an dessen Ende die Gläubigen
einzeln mit dem Allerheiligsten gesegnet werden. |
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Die Krankensalbung in Wigratzbad
Seit dem Heiligen Jahr 2000 besteht für die Gläubigen nach
dem vormittäglichen Gottesdienst die Möglichkeit, das Sakrament
der Krankensalbung zu empfangen. Als vom Herrn eingesetztes Sakrament
wird es besonders vom Apostel Jakobus empfohlen: "Ist einer von
euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie
sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit
Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und
der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden
sie ihm vergeben" (Jak 5,14-15).
Das deutsche Liturgiebuch "Die Feier der Krankensakramente"
weist nicht nur darauf hin, dass "auch bei der Krankensalbung
die ,Feier in Gemeinschaft - im Rahmen des Möglichen - der vom
Einzelnen gleichsam privat vollzogenen vorzuziehen‘" ist,
sondern sieht zudem den Platz dieses Sakraments in der Situation jeder
ernstlichen Erkrankung und kann deshalb mehrmals im Leben, ja auch
innerhalb einer fortschreitenden Krankheit wiederholt empfangen werden!"
Sowohl die schöne Zeichenhandlung der Salbung wie auch die positiven
Wirkungen des Sakraments ziehen die Gläubigen an, zumal viele
heutzutage krank sind oder sich krank fühlen. Zweifelsohne setzt
der Empfang der Krankensalbung eine subjektive Entscheidung hinsichtlich
der Ernsthaftigkeit der eigenen Erkrankung voraus. Das stellt eine
gewisse Schwierigkeit dar Doch scheint ein großzügiges
Angebot dieses Sakraments dem Umgang Jesu mit den Kranken, der "umherzog,
Gutes tat und alle heilte" (Apg 10,38), näher zu kommen,
als eine allzu restriktive Handhabung
Im Rahmen unserer Krankentage durften im Jubeljahr in Abstimmung mit
der Diözesanleitung über 2000 Pilger dieses Sakrament empfangen. |
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Heilungsgebet und Handauflegung
Eine weitere Besonderheit in Wigratzbad sind die sogenannten "kleinen
Sühnenächte", die jeden Donnerstagabend stattfinden.
Nach der Heiligen Messe mit thematischer Predigt wird das Allerheiligste
zur Anbetung ausgesetzt. Auch hier gibt es seit dem Jubeljahr 2000
eine Neuerung. Nahezu auf jeder Seite vermittelt die Heilige Schrift
den Eindruck, dass der Herr gerade die Kranken nicht allein gelassen
hat. Nicht wenige erfuhren Heilung. Viele Kranke suchten ihn nur
zu berühren; "denn es ging eine Kraft von ihm aus, die
alle heilte (Lk 6,19). Schließlich erteilt er seinen Jüngern
den Auftrag: "Heilt Kranke!" (Mt 10,8).
Um auch diesem Auftrag mehr gerecht zu werden, wurde in Wigratzbad
nunmehr ein Heilungsgebet mit Handauflegung eingeführt. In
einem ersten Teil der Anbetung werden die unterschiedlichsten Fürbitten,
welche die Gläubigen zuvor schriftlich in der Sakristei abgegeben
haben, laut vorgetragen. Diese Bitten bringen die täglichen
Nöte und Sorgen der Gläubigen zum Ausdruck. Häufig
sind das seelische und körperliche Leiden. Hernach spricht
der Priester ein freies Gebet, das mit der Bitte um Heilung schließt.
Dabei ist es zwar folgender Grundgedanke, welcher den ganzen Gebetsabend
durchzieht "Wenn es Dein Wille ist, dass die Kranken geheilt
werden, so heile sie. Wenn es aber Dein Wille ist, dass sie ihr
Kreuz weiterhin tragen, dann schenke ihnen die Kraft dazu -, doch
im Vertrauen auf das Wort des Auferstandenen "Die Kranken,
denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden" (Mk
16,18) - sind die Gläubigen nunmehr eingeladen, nach vorne
zu kommen und unter Gebeten und Liedern niederzuknien. Schweigend
legen die Priester jedem einzeln die Hände auf Dann wird jeder
einzeln gesegnet: "Auf die Fürsprache der Unbefleckt empfangenen
Mutter vom Sieg segne, schütze und heile dich der allmächtige
und barmherzige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen."
Thomas Maria Rimmel,1990 in Augsburg zum Priester geweiht, seit
September 1999 Direktor der Gebetsstätte Wigratzbad. |
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