Liebe Pilger,
in diesem Jahr darf
die Gebetsstätte Wigratzbad
bereits zur
29. Fatima Schiffsprozession
für ein
Vereintes Europa
einladen. Hauptgast
ist Bischof Charles
Caruana von Gibraltar.
In seiner
Diözese befi ndet
sich das Marienheiligtum
"Unsere Liebe Frau von Europa“,
das am 5. Mai 2009 700-jähriges Jubiläum
gefeiert hat. Zu diesem Anlass überreichte
Kardinal José Saraiva als päpstlicher Legat
die "Goldene Rose“, die höchste Auszeichnung
für ein Marien-Heiligtum durch
den Papst.
"Unsere Liebe Frau von Europa“
Dieses Europa-Heiligtum hat eine lange
Geschichte Sie beginnt schon im Jahre 711.
Nachdem die Muslime ganz Nordafrika erobert
hatten, zogen ihre siegreichen Heere
über das Mittelmeer nach Spanien. Nach ihrer
Landung änderten sie den Namen des gewaltigen
Felsmassivs von "Calpe“ zu "Gebel
Tarik“ (Berge des Tarils) nach dem Namen
ihres Heerführers Tarik Ihn Zayib. Daraus
wurde Gibraltar. Ihren Triumph formten sie
in Stein und bauten an dieser südwestlichsten
Stelle Europas die erste Moschee auf europäischem
Festland. Von dort aus wollten sie ganz
Europa für den Islam gewinnen.
Im Zug der "Spanischen Reconquista“ gelang
es König Ferdinand IV. im Jahre 1309
den Felsen zurückzuerobern. Aus Dankbarkeit
weihte er den gesamten europäischen
Kontinent der Gottesmutter Maria, wandelte
die sechs Jahrhunderte alte Moschee in eine
christliche Kirche um und verlieh ihr den Titel
"Unsere Liebe Frau von Europa“.
24 Jahre später eroberten die Muslime Gibraltar
erneut und wandelten das Marienheiligtum
erneut in eine Moschee um. Erst im Jahre
1462 gewann Ferdinands Enkel Heinrich IV.
das Gebiet in einem entschlossenen Feldzug
zurück. Er erneuerte die Verehrung "Unserer
Lieben Frau von Europa“ und machte aus der
Moschee wiederum ein Marien-Heiligtum.
Nicht Allah sollte "Vater Europas“ sein, sondern
"Christus ist und bleibt der Herr“ und
Maria, seine jungfräuliche Mutter, sollte für
immer "die Mutter Europas“ bleiben.
Das Gnadenbild
Die Statue der Muttergottes war in diesen 129
Jahren durch die Moslems natürlich entfernt
und höchstwahrscheinlich zerstört worden.
Jedenfalls konnte sie nicht mehr aufgefunden
werden. Heinrich IV. ließ daher eine neue
Marienstatue anfertigen, die bis heute im Heiligtum
"Unserer Lieben Frau von Europa“
verehrt wird.
Wegen der Bedeutung Gibraltars als Brücke
zwischen Europa und Afrika mussten die
Bürger in den folgenden Jahrhunderten noch
viele Aggressionen über sich ergehen lassen.
Liebe Pilger! Herzlich willkommen!
3 Schiffsprozession
Am schlimmsten wüteten die britischen Truppen
nach den Spanischen Erbfolgekriegen:
Im Jahr 1704, also auch schon wieder über
300 Jahre später, wurde Gibraltar britisch.
Die Soldaten, die seit Monaten keinen Sold
mehr erhielten, raubten und plünderten rund
um den Felsen, zerstörten die Wallfahrtskirche
und warfen die Statue der Muttergottes
ins Meer. Katholische Spanier retteten die
zerbrochene Statue und brachten sie ins angrenzende
sichere Spanien, restaurierten sie
und stellten sie in Algeciras – gegenüber von
Gibraltar – auf, wo sie nun 160 Jahre bis 1864
verehrt wurde. In jenem Jahr brachte sie Bischof
John Scandella erneut nach Gibraltar
zurück.
"Dieses Heiligtum wird Europa helfen“
Die Geschichte des Wallfahrtsorts liest sich
wie das Drehbuch eines Films: Im Zweiten
Weltkrieg wurde die Kirche zu einem Warenhaus
für die Armee umgewandelt. Erst 1961
wurde sie vom Militär wieder frei gegeben.
Die Restaurierung erfolgte mit Unterstützung
der Europäischen Union sowie der Regierung
von Gibraltar und dauerte bis zum Jahr 1994.
Seither kommen wieder zahlreiche Pilger zu
diesem Ort des Gebetes – mit dem Blick auf
das Atlasgebirge in Nordafrika. In seiner Botschaft
zur Wiedereinweihung 1997 schrieb
Papst Johannes Paul II.: "Das Christentum
ist nicht nur Teil der europäischen Kultur, es
ist die geistige Form der Europäer, sich den
universalen Fragen zu stellen. ... Dieses Heiligtum
wird Europa helfen, das christliche
Erbe in Erinnerung zu rufen, und die Beter
ermutigen, die Zukunft Europas auf dieses solide
Fundament zu stellen.“ Bischof Charles
Caruana, der weder der spanischen noch der
englischen Bischofskonferenz zugeordnet,
sondern direkt dem Vatikan unterstellt ist, bestätigte:
"Viele spanische Besucher kommen
hierher und beten an diesem Marienwallfahrtsort.“
Mutter Jesu – Mutter Europas
Dass Bischof Caruana aus Gibraltar am
15. August 2010 anlässlich der 29. Fatima
Schiffsprozession auf dem Bodensee für ein
Vereintes Europa in die Gebetsstätte Wigratzbad
kommt, stellt ein besonderes Geschenk
dar. Sein Besuch ist ein Aufruf an uns alle,
in bedrängter Zeit ganz Europa erneut dem
mütterlichen Herzen Mariens anzuvertrauen.
Als einen der Höhepunkte der Schiffsprozession
auf dem Bodensee werden wir ein Weihegebet
von Papst Johannes Paul II. sprechen
und alle Pilger einladen, die Weihe Europas
bewusst mitzuvollziehen und zu leben. Maria
führt uns zu Christus, der "Hoffnung Europas“.
Maria ist insbesondere deshalb "Mutter
Europas“, wie Walter Kardinal Kasper
ausgeführt hat, "weil sie die vollkommene
Jüngerin ihres Sohnes ist, der das Urbild des
neuen Menschen ist. Sie sagt uns Europäern,
‚was er euch sagt, das tut’ (Joh 2, 5). Im Bekenntnis
seines Namens wurde Europa geeint
und groß. Nur im Bekenntnis zu Jesus Christus
kann es seine Freiheit wieder fi nden und
Zukunft haben. Die Mutter Jesu will auch die
Mutter Europas sein.“
Im Herzen Europas
Am 5. Mai 2009 wurde von Gibraltar aus ein
Bogen in den äußersten Nordosten Europas
Von den Vertretern der drei beteiligten Heiligtümer
wird eine Partnerschaftsurkunde
unterzeichnet – Pfr. Erich Maria Fink für das
entstehende Heiligtum in Beresniki/Ural.
Schiffsprozession 4
gespannt und eine offi zielle Partnerschaft mit
Beresniki im Ural besiegelt. Initiiert wurde
dieser Schritt von Pater Notker Hiegl OSB,
der bereits 2007 genau dazwischen, nämlich
in Gnadenweiler nahe dem Kloster Beuron,
ein Heiligtum "Maria, Mutter Europas“ errichtet
hatte. Pfarrer Erich Maria Fink, der
die Urkunde im Heiligtum von Gibraltar zusammen
mit Pater Hiegl und Bischof Caruana
unterzeichnet hatte, wird mit zwei Bussen
aus Beresniki an der Schiffsprozession teilnehmen
und dadurch nicht nur die langjährige
Partnerschaft mit Wigratzbad, sondern
auch die Verbindung zum Heiligtum in Gibraltar
vertiefen.
Möge Maria, die "Mutter Europas", ihren
Schutzmantel über die Völker Europas breiten,
vom Kaukasus bis zum Nordkap, von
Gibraltar bis zum Ural.
Mit den besten Segenwünschen grüßt aus der
Gebetsstätte der Unbefleckt empfangenen
Mutter vom Sieg
Ihr
Thomas Maria Rimmel, Direktor |
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